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Zertifikate: Wie funktionieren Diskont und Co.?

tagesgeld-kalendarBanken setzen Anlagezertifikate nach einem bestimmten Bauplan zusammen. Wer den Bauplan und seine Bestandteile kennt, kann die Perspektiven von Diskont-, Garantie- und Bonuszertifikaten deutlich besser einschätzen. Die wichtigsten Bausteine von Zertifikaten sind Zinsen und Volatilität.
Diskontzertifikate (auch als Discountzertifikate bezeichnet) räumen dem Käufer des Zertifikats die Möglichkeit ein, den Basiswert zu einem Preis unterhalb des aktuellen Marktpreises zu kaufen. Dieser „Rabatt“ ist weder ein Geschenk der Bank noch eine Wette gegen diese. Der Preisnachlass wird durch den Verzicht auf Kurssteigerungen oberhalb einer festgelegten Grenze erkauft.

Diskontzertifikate: Funktionsweise und Zusammensetzung

Diskontzertifikate verbriefen eine Covered-Call-Writing-Strategie. Bei dieser Strategie geldanlagewird ein Basiswert erworben. Gleichzeitig werden Kaufoptionen auf diesen Basiswert verkauft. Der Verkauf der Optionen führt zu Einnahmen durch die Optionsprämie – mit diesen wird der Rabatt im Zertifikat realisiert. Steigt der Kurs des Basiswertes über den Ausübungspreis der Option an, wird der Inhaber der Option diese ausüben. Der Basiswert muss dann zum Ausübungspreis verkauft werden – dieser Preis ist zugleich das Cap-Niveau des Zertifikats, oberhalb dessen der Inhaber des Zertifikats  nicht weiter an zusätzlichen Kurssteigerungen partizipiert.

Wann sind Diskontzertifikate günstig?

Grundsätzlich eignen sich Diskontzertifikate ebenso wie alle anderen strukturierten Produkte nur bei bestimmten Markterwartungen –  in diesem Fall stagnierende oder moderat steigende Kurse im Basiswert. Durch die Konstruktion des Zertifikats sind Diskontzertifikate jedoch unabhängig von der erwarteten Kursentwicklung besonders interessant, wenn die Volatilität am Markt hoch ist. Eine hohe Volatilität ist gleichbedeutend mit hohen Optionsprämien, die dem Verkäufer von Optionem zugute kommen.

Garantiezertifikate: Funktionsweise und Zusammensetzung

depot-pruefenGarantiezertifikate sind bei deutschen Anlegern besonders beliebt. Sie ermöglichen die Partizipation an Kurssteigerungen des Basiswertes, werden zum Laufzeitende jedoch unabhängig von der Kursentwicklung mindestens zum Nennwert zurückbezahlt.

Banken konstruieren Garantiezertifikate durch den Kauf von Nullkuponanleihen und Optionen auf den Basiswert. Von dem investierten Anlagebetrag werden zunächst so viele Nullkuponanleihen erworben, dass der Nennwert des Zertifikats bei dessen Fälligkeit unabhängig von der Entwicklung der Optionen vollständig zurückbezahlt werden kann. Dadurch wird die Garantiekomponente realisiert. Der Teil des nicht für die Garantiekomponente benötigten investierten Betrages fließt in Optionen auf den Basiswert. Die Optionen generieren bei steigenden Kursen des Basiswertes Erträge (Partizipationsrate).

Wann sind Garantiezertifikate günstig?

Garantiezertifikate eignen sich für Anleger, die mit steigenden Kursen rechnen und tagesgeld-lupedennoch keine großen Verluste riskieren möchten. Auch wenn optisch keine (über einen eventuellen Ausgabeaufschlag hinausgehenden) Kosten anfallen, sollten Anleger die Opportunitätskosten berücksichtigen: Wird ein Garantiezertifikat nach fünf Jahren Laufzeit ohne Rendite zurückgezahlt wurde für den gesamten Zeitraum zumindest auf die Verzinsung verzichtet, die mit sicheren Staatsanleihen einhergeht.

Unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes gelten für Ertragschancen von Garantiezertifikaten zwei Grundsätze. Erstens steigt die Partizipationsrate mit dem Marktzins: Je höher die Rendite von (Nullkupon-)Anleihen zum Zeitpunkt der Auflegung des Zertifikats ist, desto geringer fällt der für die Garantiekomponente erforderliche Anteil am Investitionsbetrag aus. Zweitens kann der Emittent eine höhere Partizipationsrate erzielen, wenn die Volatilität niedrig ist: Dann sind Optionen günstiger.

Bonuszertifikate: Funktionsweise und Zusammensetzung

geld-sicherBonuszertifikate ermöglichen die unbegrenzte Partizipation an Kurssteigerungen des Basiswertes und garantieren darüber hinaus bei moderat fallenden oder stagnierenden Kursen eines zusätzliche Barriere. Die Zertifikate werden durch zwei wesentliche Komponenten definiert: Ein Bonuslevel und eine Sicherheitsschwelle.

Das Zertifikat wird stets mit der vereinbarten Bonusrendite (also zum Bonuslevel) zurückbezahlt, solange der Basiswert am Laufzeitende nicht darüber notiert oder zu irgendeinem Zeitpunkt während der Laufzeit die Sicherheitsschwelle nach unten durchbricht. Ist eines von beidem der Fall erfolgt die Rückzahlung zum Kurs des Basiswertes, so dass Anleger unbegrenzt an steigenden Kursen partizipieren, aber bei einem Bruch der Sicherheitsschwelle auch Verluste erleiden können.

Wann sind Bonuszertifikate günstig?

Banken setzen zur Konstruktion von Bonuszertifikaten komplexe, digitale Optionen ein (Down-and-out-Puts). Beim Kauf der Optionen muss eine Prämie gezahlt werden, die wertlos verfällt, wenn der Kurs des Basiswertes unter ein festgelegtes Kursniveau (das der Sicherheitsschwelle im Bonuszertifikat entspricht) fällt.

Je höher die Volatilität zum Zeitpunkt der Auflegung des Zertifikats, desto größer ist das Risiko dieses Totalverlustes und desto geringer der Preis der Option. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu der Art von (nicht digitaler) Option, die bei Diskont- und Garantiezertifikaten zum Einsatz kommt. Eine hohe Volatilität macht Bonuszertifikate damit günstig.