Depot Vergleich und Trading: Anbieter

Depotvergleich – Übersicht von Depot-Anbietern, Direktbanken im Test

Wertpapierdepot: Gebührenmodelle der Broker

geld-sicherDie Gebührenmodelle deutscher Broker sind mitunter kompliziert und undurchsichtig. Der Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich für aktive Trader ebenso wie für konservative Investoren mit wenig Bewegung im Depot. Mindestens ebenso wichtig wie ein leistungsfähiger Vergleichsrechner ist das grundlegende Verständnis der verschiedenen Preismodelle am Markt.

Die überwiegende Mehrheit der Onlinebroker verzichtet längst vollständig oder unter sehr moderaten Bedingungen auf pauschale Depotführungsentgelte. Doch hier hört die kundenfreundliche Bepreisung schon auf. Die Kosten für börsliche Orders setzen sich aus Grundgebühr, volumenabhängiger Provision, Handelsplatzentgelt und externen Gebühren zusammen. Zusätzlich können Trader den außerbörslichen Handel zu regulären und partiell vergünstigten Konditionen nutzen. Einige Broker verlangen Zuschläge für telefonische Orders, andere räumen ihren Kunden unter bestimmten Bedingungen „FreeBuys“ ein.

Die Zusammensetzung der Ordergebühr

Die HVB-Tochter DAB bank – einer der Platzhirsche im deutschen Discount-tagesgeld-lupeWertpapiergeschäft – verlangt für eine Xetra-Order über 5.000 Euro eine Gebühr in Höhe von 18,95 Euro zzgl. ggf. anfallender Fremdspesen. Die Gebühr des Brokers setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Zusätzlich zu einer Grundgebühr in Höhe von 4,95 Euro wird eine volumenabhängige Provision in Höhe von 0,25 Prozent des Ordervolumens berechnet. Dazu kommt ein Handelsplatzentgelt – bei Orders über Xetra beträgt es pauschal 1,50 Euro.

Die volumenabhängige Provision muss mindestens 3,00 Euro betragen und wird bei 55,00 Euro gedeckelt. Die Gesamtgebühr beträgt somit mindestens 7,95 und höchstens 59,95 Euro zzgl. Handelsplatzentgelt. Die Untergrenze ist für Anleger mit kleineren durchschnittlichen Ordergrößen beim Vergleich sehr relevant, die Obergrenze dagegen für Anleger mit typischerweise größeren Orders. Sehr viele Broker, darunter comdirect, Cortal Consors und OnVista-Bank berechnen Ordergebühren nach diesem Muster.

Gebühren für Auslandsorders können stark abweichen

depot-pruefenDas vermeintlich überschaubare Handelsplatzentgelt wird spätestens bei Auslandsorders relevant: Fast alle Broker deren Gebührenmodell diesen Posten umfasst erheben für Orders an allen oder an bestimmten ausländischen Börsenplätzen signifikant höhere Handelsplatzentgelte.

Selbst an Börsen in Nordamerika und Westeuropa beträgt die zusätzliche Gebühr leicht 15,00 bis 25,00 Euro. An „exotischen“ Börsenplätzen wie z. B. Indonesien oder Südafrika können auch 60,00 Euro und mehr fällig werden. Im außerbörslichen Handel entfällt das Handelsplatzentgelt dagegen häufig – zumindest wenn derivative Produkte direkt mit dem jeweiligen Emittenten gehandelt werden. Anleger, die sehr häufig auf dem US-Aktienmarkt handeln fahren mit einem „angelsächsischen“ Gebührenmodell mit einer Grundgebühr und einer geringen Provision pro gehandelter Aktie günstiger.

FreeBuys und Telefonzuschläge

Vor allem aktive Anleger sollten im Brokervergleich auf zusätzliche Gebühren für Limits geldanlageund telefonisch erteilte Orders achten. Die meisten Onlinebroker verlangen für eine Telefonorder pauschal 08,00 bis 15,00 Euro mehr als für eine online erteilte Order. Per Sprachcomputer erteilte Orders sind davon häufig ausgenommen. Limits werden bei einzelnen Anbietern mit Gebühren im Bereich von 2,00 bis 4,00 Euro berechnet.

Da der deutsche Brokermarkt weitgehend gesättigt ist versuchen sich einzelne Anbieter mit innovativen Preismodellen von der Konkurrenz abzuheben. So führte die OnVista-Bank (deren Handelsoberfläche an das gleichnamige Finanzportal angebunden ist) ein so beworbenes „FreeBuy-Prinzip“ ein. Depotinhabern werden monatlich abhängig von der durchschnittlichen Höhe der auf dem Verrechnungskonto vorgehaltenen Liquidität bis zu 30 FreeBuys eingebucht, bei deren Einsatz der Kauf (nicht aber der Verkauf) von Wertpapieren von Ordergebühren befreit ist. Der Haken: Guthaben auf dem Verrechnungskonto werden nicht verzinst, so dass Anlegern entsprechend Zinserträge entgehen. Zudem sind die FreeBuys nur für einen begrenzten Zeitraum gültig.

Die Konditionen im Fondsgeschäft

tagesgeld-kalendarDie Konditionen im Geschäft mit (aktiv von einer Fondsgesellschaft -KAG – verwalteten) Investmentfonds unterscheiden sich mittlerweile beträchtlich. Einige Broker ermöglichen den direkten Handel mit der Fondsgesellschaft ohne Ausgabeaufschlag zu Gebühren in der Größenordnung von börslichen Orders.

Andere setzen nach wie vor auf Ausgabeaufschläge. Dann gilt das „bewährte“ Muster: Beworben wird ein Rabatt auf den „regulären“ (also deutlich zu hoch angesetzten) Ausgabeaufschlag der KAG. Üblich sind „Rabatte von 50-90 Prozent.